Blogbeitrag Agile Organisation und Digitalisierung

„Wir lösen das dann agil…“

Fällt dieser Satz, rollen sich bei vielen die Augen. Denn hinter der Bedeutung dieses Satzes steckt genau das Gegenteil von dem, was Agilität eigentlich bedeutet. Es heißt in vielen Fällen nämlich nichts anderes als: „Aktuell habe ich hierfür keine Lösung und auch keine Lust, mich mit dem Thema zum jetzigen Zeitpunkt auseinander zu setzen. Wir beschäftigen uns dann damit, wenn die Situation eintrifft.“

In den meisten Projekten und Vorhaben führte dies, wenn die Situation dann eintraf, zu nichts anderem als Chaos. Fristen wurden gerissen, Budgets gesprengt und das Projektteam oder die Mitarbeiter durften Überstunden leisten, um die entstandenen Feuer zu löschen.

Doch warum wurde das Wort so gerne verwendet? Nun ja, weil es Zeiten gab, da wurde mit agil oder Agilität nur Positives verbunden. Positivbeispiele wie Google, Zalando, Amazon und Spotify zeigten und zeigen, was für ein Potenzial in agilen Organisationen steckt.

Verwendete man dieses Wort also in seinem Arbeitsalltag, wirkte man kompetent, modern und als Macher, der mit schwierigen Situationen souverän umgehen würde. Es würde keine Herausforderung geben, der man nicht gewachsen wäre. Eben ein Erfolgsmensch.

Hinzu kommt, dass der Begriff Agilität viel Interpretationsspielraum zulässt. Viele haben eine grobe Vorstellung davon, was Agilität bedeuten und wofür es stehen könnte. So richtig greifen lässt es sich jedoch nicht. Der Begriff Agilität ließ sich also wunderbar zur Selbstdarstellung missbrauchen. Doch das Vernachlässigen einer belastbaren Planung mit dem Wort Agilität zu rechtfertigen, führt unweigerlich zu eingangs beschriebener Misserfolge.

Dennoch ist und bleibt Agilität, abgesehen von der mittlerweile teils negativen Assoziation mit diesem Wort, ein Erfolgsversprechen. Agile Organisationen und Projekte generieren einen überdurchschnittlich großen Nutzen, sind flexibel und agieren mit einer erheblichen Geschwindigkeit. Dies schaffen sie gerade, weil es ihnen gelingt, sich schnell auf verändernde Anforderungen einzustellen. Hierbei sind sie gänzlich anders aufgestellt, als in der Einleitung dieses Artikels beschrieben. Der Unterschied liegt darin, dass agile Organisationen und Projekte genaustens definiert haben, was zu tun ist, wenn eine neue Anforderung auftritt.

Dieser Blog wird Ihnen in den kommenden Wochen das Thema Agilität aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Sie werden erfahren, weshalb Agilität nach wie vor für einen Erfolgsweg steht, welche agilen Organisationsformen und Arbeitsmethoden es gibt, welche Herausforderungen Ihnen bei der Implementierung begegnen werden und wie Sie diese meistern können.
Bis bald!

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