System-Stabilität und Digitalisierungsplattformen

System-Stabilität und Digitalisierungsplattformen

In einem disruptiven Markt ist eine kurze time-to-market bei Neu- und Weiterentwicklungen von Produkten die Königsdisziplin. Schauen wir uns beispielsweise die hartumkämpfte Automobilindustrie an, so hat Elon Musk mit Tesla gerade wieder eine Innovation gelauncht. Der neue E-Pick-up-Truck wurde, zugeschnitten auf den amerikanischen Markt, medienwirksam vorgestellt. Auch wenn die Vorstellung des Super-Feature, eine bruchsichere Panzerglasscheibe, sich bei der Präsentation als wenig bruchsicher herausstellte, so erfüllte die Präsentation dennoch ihren Zweck. Mehr als 200.000 Trucks sind bereits vorbestellt. Bei der Konkurrenz ist kein vergleichbares Produkt in der Pipeline.

Doch ob diese Innovationsgeschwindigkeit zu einem nachhaltigen Geschäftserfolg führt, darf zumindest bezweifelt werden. Denn seit jeher hat Tesla mit der zweiten Königsdisziplin, dem normalen Geschäftsbetrieb/Produktion, so seine Probleme. Liefertermine, die nicht eingehalten werden und deutlich geringere Produktionszahlen als geplant, sind nur zwei Symptome dieser vermeintlichen Schwachstelle. Doch während Tesla als der große Innovator gerade im E-Segment hervorsticht (auch wenn die etablierten Player bereits nachziehen), so verfügen die etablierten Player über jahrelange Erfahrung in der Produktion und erhebliche Expertise in der Industrie 4.0. Mit ihren intelligent vernetzten und hochgradig automatisierten Produktionsschienen können sie ihre Liefertermine halten und sogar ihre Produkte entsprechend der Kundenwünsche individualisieren.

Technische Grundlage dieser intelligenten Fabriken sind IT-Systeme und Applikationen. Diese sind oft jahrelang weiterentwickelt worden und stellen einen, wenn nicht den, Enabler dieser individualisierten Produktionsform dar. Als entsprechend kritisch für den Geschäftserfolg sind sie daher einzustufen. (Teil-) Ausfälle dieser Systeme und Applikationen führen zu Produktionsstillständen oder Verzögerungen.

Dieses Beispiel veranschaulicht, weshalb sich die Rolle der IT von einer geschäftsunterstützenden Disziplin hin zu einer geschäftskritischen Disziplin entwickelt hat. Doch gerade, wenn IT-Systeme solche Auswirkungen auf das Business haben, so ist die Aufrechterhaltung der Systemstabilität eine der wichtigsten Aufgaben. Und hier befinden wir uns wieder im klassischen Systembetrieb der IT, welcher auf die ITIL®-Service-Operations-Prozesse zurückgreift. Doch so klassisch die Prozesse auch sind, so notwendig sind immer bessere und intelligentere IT-Service-Management (ITSM)-Tools, in denen diese abgebildet werden. Nicht zuletzt wegen der Scope-Erweiterung der ITIL®-Service-Operations-Prozesse – raus aus der klassischen IT, rein ins Business. Immer mehr Geschäftsprozesse müssen durch die IT betreut und immer mehr Daten, bspw. aus intelligenten Bauteilen, müssen verarbeitet werden. Denn, wenn schon die Möglichkeit besteht, dass Bauteile von selbst melden, dass Sie ausgewechselt werden müssen, dann wird am anderen Ende einen Empfänger benötigt, der diese Meldungen auch monitoren und verarbeiten kann.

Diese neuen Anforderungen führen dazu, dass der Funktionsumfang der klassischen ITSM-Suiten, die für die Aufrechterhaltung des Systembetriebs eingesetzt werden, entweder mühsam weiterentwickelt werden muss oder nicht mehr ausreicht. Digitalisierungsplattformen sind daher auch im ITSM-Bereich gefragt.

Als besondere Alleskönner stechen hierbei ServiceNow und der SAP Solution Manager hervor. Während SAP als ERP-System mit dieser Lösung in die IT-Service-Management-Welt eindringt, so kommt ServiceNow von der anderen Richtung. Im Kern ein ITSM-Tool, welches jedoch als Digitalisierungsplattform designt wurde. Besonders der Funktionsumfang imponiert hier. Nicht nur, dass die klassischen ITSM-Prozesse bei ServiceNow mit wenig Customizing-Aufwand abgebildet werden können, auch Geschäftsprozesse wie HR und Financial Management können durch diese Digitalisierungsplattform unterstützt und so mit der IT verzahnt werden.

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